
Foto: Marvin Nast
Drei Jahre ehrenamtliche Projektentwicklung, zwölf Athletinnen und Athleten mit und ohne Behinderung und drei erfolgreiche Zieleinläufe: Beim HYROX Hamburg am 30. Oktober 2026 feierte das Inklusionsprojekt des KSC Asahi Spremberg e.V. einen außergewöhnlichen sportlichen Erfolg.
Was 2021 mit einer gemeinsamen sportlichen Initiative begann und seit November 2023 innerhalb der HYROX-Abteilung des KSC Asahi Spremberg e.V. weiterentwickelt wird, erreichte am Freitagabend in Hamburg einen besonderen Höhepunkt.
Erstmals gingen für das Projekt „Inklusion mit & durch HYROX“ gleich drei Inklusionsstaffeln offiziell in der regulären HYROX Open-Kategorie an den Start. Zwölf Athletinnen und Athleten aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands stellten sich gemeinsam der Herausforderung – sechs mit und sechs ohne Behinderung.
Das Besondere: Jede der drei Staffeln war zu gleichen Teilen mit adaptiven und nicht-adaptiven Sportlerinnen und Sportlern besetzt. Alle absolvierten den Wettkampf unter regulären Bedingungen, ohne gesonderte adaptive Wertung und ohne Abminderung der Wettkampfanforderungen.
Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Alle drei Staffeln erreichten das Ziel in weniger als 1 Stunde und 40 Minuten – ohne Zeitstrafen oder Disqualifikationen!
Drei Staffeln, drei erfolgreiche Zieleinläufe
Den Auftakt machte die Men Relay mit Joaquín Sandiano, Christoph Ressel, Daniel Hinrichsen und Michael Radefeld. Mit einer Zielzeit von 1:27:49 Stunden erreichte das Team Platz 39 in der Altersgruppe U40.
Die Mixed Relay mit Torge Marschalk, Sandra Woytke, Michael Haker und Franziska Schnäckel folgte mit einer Zeit von 1:33:08 Stunden und belegte Platz 10 in der Altersgruppe 40+.
Auch die Women Relay mit Hella Thieke, Pauline Zahrt, Christiane Klausner und Madlen Kanter absolvierte den Wettkampf erfolgreich. Mit 1:37:20 Stunden erreichte die Staffel Platz 12 in der Altersgruppe 40+.
Drei unterschiedliche Teams, zwölf persönliche Geschichten und ein gemeinsamer sportlicher Erfolg. Dabei stand nicht allein die erreichte Zeit im Mittelpunkt, sondern die Möglichkeit, unabhängig von unterschiedlichen körperlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen gemeinsam an einem regulären Wettkampf teilzunehmen.
Ein besonderer Moment nach drei Jahren Projektentwicklung
Hinter diesem Wettkampferfolg steht eine mehrjährige ehrenamtliche Entwicklungsarbeit.
Die sportlichen Ursprünge reichen bis ins Jahr 2021 zurück, als Madlen Kanter und Sarah-Luisa Lehmann eine gemeinsame sportliche Initiative begannen. Am 1. November 2023 wurde in Spremberg die nach Projektangaben weltweit erste HYROX-Vereinsabteilung gegründet.
Innerhalb dieser Abteilung des KSC Asahi Spremberg e.V. entstand das Projekt „Inklusion mit & durch HYROX“, das sich der Entwicklung und Erprobung gemeinsamer Sportformate für Menschen mit und ohne Behinderung widmet.
Zur Projektarbeit gehören neben dem Wettkampfsport sportpädagogische Angebote, Begegnungen sowie die Entwicklung und Erprobung inklusiver Sportformate.
Mit den drei Inklusionsstaffeln in Hamburg wurde nun sichtbar, wie sich diese Arbeit im regulären Wettkampfsport praktisch umsetzen lässt.
Auch Projektgründerin Madlen Kanter stand selbst an der Startlinie. Für die 49-jährige Sprembergerin war Hamburg bereits ihr 17. HYROX-Rennen seit 2022. Als Sportlerin mit Behinderung absolvierte sie den Wettkampf gemeinsam mit ihrer Women Relay in der regulären Open-Kategorie.
Nach Hamburg ist noch lange nicht Schluss
Am 1. November 2026 feiert die HYROX-Abteilung des KSC Asahi Spremberg e.V. ihr dreijähriges Bestehen. Die erfolgreichen Wettkämpfe in Hamburg geben diesem Jubiläum eine besondere Bedeutung.
Die gewonnenen Erfahrungen sollen nun in die weitere Projektentwicklung der Saison 2026/27 einfließen. Geplant sind weitere inklusive Sport- und Wettkampfvorhaben, darunter eine mögliche Teilnahme in Berlin 2027, sofern die Veranstaltung stattfindet.
Künftig sollen auch weitere Behinderungsformen, insbesondere kognitive Beeinträchtigungen, stärker in die Entwicklung gemeinsamer Sportformate einbezogen werden.
Der Blick richtet sich damit nicht nur auf kommende Wettkämpfe, sondern ebenso auf Begegnung, Teilhabe, Prävention und neue Möglichkeiten inklusiver Sportpraxis.
Ein besonderer Dank gilt allen zwölf Athletinnen und Athleten sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Mitwirkenden und Unterstützern, die diesen Wettkampftag und die vorausgegangene Projektentwicklung möglich gemacht haben.
Hamburg hat gezeigt, was entstehen kann, wenn Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam sportliche Herausforderungen annehmen. Drei Staffeln, zwölf Menschen und drei erfolgreiche Zieleinläufe – ein besonderer Erfolg für unsere HYROX-Abteilung und die weitere Entwicklung unseres Inklusionsprojekts.
Wir schreiben mit HYROX Inklusionsgeschichte!
#WIRlebenINKLUSiON





