Judo-Bundesligafinale Grünes Licht und derber Dämpfer für Asahi Spremberg

 

Das Gesundheitsamt erlaubt das große Bundesliga-Finale in Senftenberg – doch nun sagt ausgerechnet das Bayern München der Judo-Szene ab. Beim Ausrichter KSC Asahi Spremberg will man sich dennoch nicht aufs Kreuz legen lassen.

  1. September 2020, 13:10 Uhr•Senftenberg
    Von Jan Lehmann

Der KSC Asahi Spremberg ist Ausrichter für das Bundesliga-Finale am 10. und 11. Oktober in der Niederlausitzhalle Senftenberg. Foto: sportpoint/shutterstock.com© Foto: Foto: sportpoint/shutterstock.com

Es bleibt ein Auf und Ab der Gefühle für die Judoka vom KSC Asahi Spremberg. Nachdem die Spremberger vom Gesundheitsamt des Oberspreewald-Lausitz-Kreises grünes Licht für das große Bundesliga-Finale in der Niederlausitzhalle in Senftenberg bekommen haben, gab es nun einen Dämpfer. Ausgerechnet der 21-fache Deutsche Meister TSV Abensberg – das ist das Bayern München der Judo-Szene – sagte seine Teilnahme für die große Veranstaltung am 10. und 11. Oktober ab.

Für KSC-Trainer Dirk Meyer, der mit seinen Mitstreitern mit viel Mühe dieses besondere Mammut-Turnier vorbereitet, ist das eine derbe Enttäuschung. Zumal die Abensberger via „Facebook“ begründeten, dass ihre ausländischen Top-Stars aus verschiedenen Gründen nicht zur Verfügung stehen. „Wir hätten gerne unseren Titel verteidigt, doch ohne unsere besten Sportler können wir eigentlich nur das Gesicht verlieren und nicht unsere wahre Qualität zeigen“, schreiben die Abensberger. Das sieht Dirk Meyer komplett anders. Er legt sich fest: „Sein Gesicht kann man nur verlieren, wenn man nicht kämpft. Die Abensberger hätten die Chance gehabt, an etwas Einmaligem teilzunehmen.“

 

Hohe Auflagen vom Gesundheitsamt

Wo die Judo-Bundesliga ansonsten im Liga-Betrieb ausgekämpft wird, gibt es wegen der Corona-Pandemie dieses Mal ein großes Finale an einem Standort. Die Auflagen vom Gesundheitsamt sind hoch. So mussten sich die Spremberger von der Dekra mehr als 300 Absperrgitter besorgen, um in der Niederlausitzhalle zwölf Teamboxen einrichten zu können. Dazu werden noch 750 Stühle benötigt, auf denen die Sportler dann mit dem geforderten Abstand von 1,50 Metern sitzen können. Elf Männerteams kämpfen nun am Samstag um den Meistertitel, am Sonntag treten insgesamt 14 Frauen-Mannschaften im Finale der 1. und 2. Bundesliga an. Knapp 750 Sportler werden in Senftenberg erwartet – wenn nun nicht noch das Beispiel Abensberg Schule macht.

Dirk Meyer will sich von derlei Sorgen nicht aufs Kreuz legen lassen: „Ich bleibe dabei, dieses Turnier ist für unseren Sport eine ganz große Chance. Wir haben die Möglichkeit, viel Aufmerksamkeit für unsere Sportart zu bekommen.“ Zumindest beim KSC Asahi in Spremberg ist man sich da einig – die Kämpfer sind heiß auf das Bundesliga-Finale. Von insgesamt 40 gemeldeten Athleten haben 29 Spremberger signalisiert, dass sie unbedingt kämpfen wollen. Dirk Meyer muss nun noch vier streichen – der Deutsche Judo Bund (DJB) hat die Kadergröße auf 25 Sportler beschränkt.

Corona-Testpflicht für ausländische Starter?

Unklar ist bisher, wie der DJB mit ausländischen Kämpfern umgeht. Eigentlich wurde deren Anzahl auf vier pro Verein beschränkt – das könnte aber gegen EU-Recht verstoßen. Ob diese Athleten einen negativen Corona-Test vorweisen müssen, ist ebenfalls noch ungeklärt. Das Hygienekonzept sieht zumindest vor, dass die Matten nach jedem Mannschaftskampf desinfiziert werden müssen. Beim KSC Asahi wird deshalb literweise Desinfektionsmittel bereitgestellt.

Einschränkungen gibt es auch beim Publikum. Der Kartenverkauf läuft seit Dienstag, doch es ist nicht ganz klar, wie viele Tickets verkauft werden können. Das Minimum sind 200 Plätze. Falls aber Familien oder gemeinsame Hausstände Karten so kaufen, dass sie nebeneinander sitzen dürfen, dann ist sogar eine Auslastung bis zu 350 Zuschauern denkbar.

Fakt ist: Wer am 10. oder 11. Oktober in Senftenberg dabei sein möchte, der sollte sich ranhalten. Je Finaltag kosten die Karten 18 Euro. Für die kann man auf großen Sport in Senftenberg hoffen. Wer schon einmal zu einem regulären Bundesliga-Kampftag beim KSC Asahi Spremberg zu Gast war, der weiß: Beim Judo ist Auf und Ab der Gefühle garantiert.

 

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