Unnötig, ungerecht, unverschämt

Zeitnehmer stehlen unseren Judoka einen Punkt, Team verschenkt derer sogar Zwei

Es war der erwartet schwere und spannende Kampftag in Bottrop mit einem unglücklichen Ausgang aus Sicht unserer Judoka. Nach dem Hratschik Latschinjan im Leichtgewicht den ersten Punkt für unsere Jungs holte, gab es eine Situation die den ganzen Kampfverlauf beeinflussen sollte. Kapitän Oleg Ilts warf seinen Kontrahenten auf Waza Ari (halber Punkt) und hatte diesen in der Festhalte. 10 Sekunden reichen um einen weiteren Waza Ari zubekommen und den Kampf zu beenden. Leider verpassten es die Bottroper Zeitnehmer, den Knopf zu drücken. Erst nach mehreren Rufen unserer Mannschaft begann die Zeit zu laufen. Am Ende fehlten zwei Sekunden zum Sieg. Kapitän Oleg Ilts kam danach nicht mehr richtig in den Kampf und verlor mit dem Schlussgong noch seine Begegnung.

„das war schon bitter für Oleg und unsere Mannschaft und unsportlich zudem. Mit diesem Sieg gehen wir 4:3 in die Pause und die Partie läuft ganz anders.“ so unser Trainer Mike Göpfert

Aber es kam noch schlimmer für unser Team. Routinier Johannes Karsch verletzte sich bei einer Verteidigungsaktion so schwer, dass er bereits nach 19 Sekunden aufgeben musste. Später wurde ein Abriss des Schulterbandes festgestellt. Damit fällt nach Tom Blechschmidt nun der nächste 81Kg Mann für diese Saison aus. Anschließend verpasste es Danni Tempel den Sieg bis 90 Kg nach Hause zu bringen. Sicher in Führung und zu jeder Zeit den Kampf unter Kontrolle geriet er im Boden in eine undurchsichtige Situation und verlor 6 Sekunden vor Schluss den Kampf und den sicher geglaubten Punkt. Bis 66Kg machte Lucas Gerlach mit dem ehemaligen Deutschen Meister Kalala Ngoy kurzen Prozess und brachte unsere Judoka auf 2:3 heran. Das Punktgarant Tomasz Domanski, der nur unter starken Schmerzmitteln kämpfen konnte, verlor war natürlich nicht eingeplant aber ab zusehen. „Tomek war heute überhaupt nicht da. Es ist ein Wunder und zeigt seinen großen Kampfgeist, dass er sich trotz großer Schmerzen auf die Matte stellt. Aber so war ein Sieg einfach nicht drin.“ berichtet unser Vereinschef Meyer über die missliche Lage im Schwergewicht. Jakub Wojcik verkürzte anschließend im 100Kg Limit auf 3:4.

Nach der Pause glich Maximilian Zimmermann mit seinem Sieg bis 60 Kg aus. Nun sollte eigentlich Max Henke, der gegen Hannover mit zwei Siegen noch so stark auftrumpfte, kämpfen. „Max stieg mit Kopf- und Gliederschmerzen heute früh in den Bus und die weite Anreise machte es nicht besser. Da er nächste Woche zum Europacup fahren soll, haben wir uns gegen einen Einsatz entschieden. Schlecht für die Mannschaft aber das Beste für seine Gesundheit.“ erzählt Mike Göpfert. So ging auch die zweite Runde bis 73Kg an Bottrop. Johannes Kruse glich danach bis 81 Kg mit seinem Sieg zum 5:5aus. Aber auch hier versuchten die Zeitnehmer, laut unseres vereinschef Dirk Meyer Einfluss auf den Kampf zu nehmen. „Nach dem Johannes in Führung ging verpassten die Zeitnehmer oft den richtigen Zeitpunkt, aber das Sie einfach eine ganze Kampfsequenz auslassen, ist nicht nur unsportlich sondern unverschämt.“

Trotz eines bärenstarken Kampfes von Ole Patzenhauer gegen den Holländer van Empelen lagen wir nun wieder 5:6 hinten. Luc Meyer glich aber mit einem herrlichen Fußwurf bereits nach einer halben Minute Kampfzeit zum 6:6 aus. Tomasz Domanski ging zwar wieder auf die Matte stand aber wie befürchtet völlig nehmen sich. Nun lag es an Jakub Wojcik, wenigstens das Unentschieden zu retten. Etwas übermotiviert und völlig unnötig brachte sich unser 100Kg Mann selbst in eine gefährliche Situation und die Bottroper zum Jubelsturm.

Mit hängenden Köpfen und einer vermeidbaren 6:8 Niederlage fuhren unsere Jungs anschließend J. Karsch und T. Domanski in die Bottroper Notaufnahme.

Der nächste Kampf findet am 27.04. in Spremberg statt. Zu Gast ist dann allerdings der amtierende Deutsche Meister aus Hamburg.

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