Kapitän Oleg Ilts schlägt den amtierenden Europameister

 

Unsere Judoka kehrten mit der bereits einkalkulierten Niederlage aus Hamburg zurück. Mit 4:10 zogen sich unsere Jungs aber achtbar aus der Affäre. Bereits zur Halbzeit lagen die Hamburger klar mit 7:0 in Führung. Ärgerlich aus Spremberger Sicht, dass Gregg Varey und Tomasz Domanski ihre Duelle jeweils 6 Sekunden vor Schluss noch abgaben. Besonders die Niederlage des polnischen Schwergewichtlers tat weh. Domanski hatte den Deutschen Meister und  Olympiastarter Andre Breitbarth sicher im Griff und hätte den Sieg verdient gehabt. Kurz vor Schluss riskierte Tomasz nochmal Alles und fand sich aber gegen den deutlich schwereren Breitbarth in der Festhalte wieder.  „Tomek hat einen phantastischen Kampf gemacht, aber leider nur bis kurz vor Schluss. Er hätte ins Golden Score gehen sollen. Andre war platt und es hat ja nur noch eine Bestrafung zum Sieg gefehlt. Das war mehr als ärgerlich.“ so unser Vereinsvorsitzender Dirk Meyer der diesmal auch als Trainer fungierte.

Ansonsten ist die erste Halbzeit schnell erzählt. Unsere Jungs kämpften und kämpften aber standen gegen die Stars des Deutschen Meister meist auf verlorenem Posten. Der erst 16jährige Julian Krupper kam aufgrund der Verletzungsmisere zu seinem Bundesligadebüt und so stand es dann etwas zu hoch 7:0 für Hamburg.

In der Halbzeitpause wechselte Meyer fünf Kämpfer aus und nahm seine Männer nochmal ins Gebet. „Wir haben hier nix zu verlieren. Nehmt euer Kämpferherz in die Hand und zeigt was ihr drauf habt. Verlieren kann nur der, der nicht kämpft!“

Und die Spremberger kämpften! Tomasz Domanski bot dem WM- und Olympiadritten Dimitri Peters die Stirn und machte auch in Runde 2 einen super Kampf. Den ersehnten ersten Punkt für uns holte dann Marc Natho mit einer Würgetechnik. Anschließend begann Pascal Meyer gegen den Europacupsieger und Deutschen Meister Moritz Plafky sehr couragiert und konnte lange Zeit gegenhalten. Den vielumjubelten zweiten Punkt holte dann unser Brite Gregg Varey. Johannes Kruse setzte dem noch eins drauf und behielt in einem hart aber fair geführten Gefecht die Oberhand. Somit hatten wir schon mal einen Punkt mehr als im letzten Jahr. Im letzten Duell ging unser Kapitän Oleg Ilts auf die Matte. Aber mit dem amtierenden Europameister Ferdinand Karapetian aus Armenien stand Ihm ein schier unüberwindbarer Brocken gegenüber. Doch der Kapitän nahm das angesprochene Kämpferherz in beide Hände und erwischte den Europameister mit einer herrlichen Innensichel bereits nach 25 Sekunden voll auf Ippon. Betretene Gesichter beim Deutschen Meister Hamburg und Riesenjubel im Spremberger Lager waren die Folge des vierten Punktes für unsere Judoka.“Oleg hat heute gezeigt was in unserer Mannschaft alles möglich ist. Ich will den Europameister sagte er mir zur Halbzeit und beendete damit alle Überlegungen an einen anderen möglichen Wechsel in dieser Gewichtsklasse. Wir gehen hier mit erhobenem Haupt aus dieser Begegnung und werden jetzt mit breiter Brust den Heimkampf gegen Walheim angehen.“ erzählte ein nicht unzufriedener Vereinschef Dirk Meyer

Viel Lob erntete unser Team von den Hamburger Verantwortlichen nicht nur wegen der 4 errungenen Punkte oder unseres unglaublichen Kampfgeistes sondern vor allem wegen unserer sportlichen Fairness. Der Hamburger Leichtgewichtler Moritz Plafky konnte erst zwei Stunden nach der Waage eingewogen werden und normalerweise damit auch nicht kämpfen. Doch unser Team zeigte sich sportlich und verzichtete auf ein Startverbot des Deutschen Meisters. In Folge dessen zeigten sich dann auch die Hamburger kooperativ und verzichteten Ihrerseits auf ein internes Startverbot für unsere beiden „Hamburger“ (siehe Vorbericht)  im Team. So kam dann auch Vizekapitän Johannes Kruse zu seinem Einsatz und konnte einen Punkt beisteuern.

Foto: Mann des Tages war Kapitän Oleg Ilts mit seinem vorzeitigen Sieg über den amtierenden Europameister F. Karapetian aus Armenien. (hier im Bild gegen Olympiateilnehmer Christopher Völk während der Playy Offs 2017)